Der Zweite Weltkrieg, der durch das Regime der Nationalsozialisten entfesselt wurde, brachte Chaos, Flucht, Verfolgung, Leid und Zerstörung in die Stadt Hamburg. Tausende Familien blieben ohne Obdach, viele verloren ihre Angehörigen, Kinder wurden von ihren Eltern getrennt. Weiter auf hamburgyes.eu.
Die Organisation des Roten Kreuzes
In der Stadt war das Rote Kreuz tätig, das Flüchtlingen Hilfe leistete, und seine Vertreter richteten ein Suchzentrum für Vermisste ein. Es ist bekannt, dass der von ihnen organisierte Suchdienst, den Menschen nutzten, um Nachrichten über ihre Verwandten zu erhalten, nicht unabhängig war. Ihre Arbeit war vollständig von den Handlungen des Reichssicherheitshauptamtes abhängig.
Geschichte des Roten Kreuzes
Vor vielen Jahren gründeten zwölf Kaufleute in Hamburg die Vorgängerorganisation des heutigen „DRK Landesverbandes“. Seit Beginn des Deutsch-Dänischen Krieges bildete die Stadtgemeinschaft ein Komitee zur Versorgung verwundeter Soldaten. Auf dem Katharinenkirchhof wurden verschiedene Spenden gesammelt, und für finanzielle Unterstützung mussten Kaufleute spezielle Konten eröffnen.
In dieser Zeit stand das Komitee in Verbindung mit der Militärverwaltung, um Zugang zum Lazarett zu erhalten. Seitdem gilt der 2. Februar 1864 als das Gründungsdatum des Hamburger Roten Kreuzes.
Die Mitarbeiter arbeiteten größtenteils auf dem Schlachtfeld und leisteten Hilfe. An der Front war der Hamburger Theologe Johann Heinrich mit Gleichgesinnten tätig. Sie trugen weiße Armbinden mit einem roten Kreuz, das als Erkennungszeichen galt.
In Friedenszeiten erweiterte die Organisation ihr Tätigkeitsfeld, das sich auf die Vorbereitung und Durchführung von Hilfe im Falle zukünftiger Kriege bezog.
Das Rote Kreuz im Zweiten Weltkrieg
Alles, was das Rote Kreuz bis zur Zeit des NS-Regimes erreicht hatte, wurde von Hitlers Herrschaft zunichtegemacht. Von der Organisation wurde lediglich erwartet, dass sie den Sanitätsdienst der Armee im Falle einer deutschen Mobilmachung unterstützt.

Wenn man über den Zeitraum des Zweiten Weltkriegs spricht, begann seit 1933 eine schrittweise Zentralisierung aller Zweige der Organisation.
Gemäß dem Gesetz über das Deutsche Rote Kreuz wurde die Organisation vollständig in das nationalsozialistische System eingegliedert. Seit 1937 verlor das Rote Kreuz alle sozialen Einrichtungen. Während des Krieges wurden mehr als 600.000 Sanitätskräfte mobilisiert, hauptsächlich Frauen. Sie halfen Verwundeten, kümmerten sich um Kriegsgefangene, Flüchtlinge, Vertriebene und Soldaten.
Während des Nationalsozialismus verlagerte sich die Hauptrolle der Organisation von der Wohlfahrtspflege auf die rein sanitären Aufgaben.
Im Herbst 1945 wurde das DRK von England, Frankreich, den USA und der Sowjetunion wegen seiner Verbindungen zum NS-Regime aufgelöst. Trotz aller Schwierigkeiten der Nachkriegszeit setzten viele Organisationen die Arbeit des Roten Kreuzes fort.
Es folgte eine schrittweise Reorganisation, und im Jahr 1950 wurde das DRK in der Bundesrepublik Deutschland gegründet.
Der Suchdienst in Hamburg
Es ist erwähnenswert, dass das Rote Kreuz im Oktober 1945 einen Suchdienst ins Leben rief, der auch in Hamburg tätig war. Es wurden Befragungen von Menschen durchgeführt, die in die Stadt zurückkehrten, und Suchanzeigen gedruckt.
Die Menschen hofften auf eine Wiedervereinigung und befestigten zudem handschriftliche Notizen an Hauswänden oder Laternenpfählen.
Seit 1950 begann die offizielle Registrierung von Kriegsgefangenen und Vermissten. Besonders erfolgreich war die Suche nach Kindern in Hamburg. Auf einen Aufruf im Radio meldeten sich manchmal 15 Eltern, und oft half eine Narbe am Körper oder ein altes Spielzeug den Verwandten, sich wiederzufinden.
Viele Historiker, die die Tätigkeit der Organisation untersuchten, hielten die Geschichte der Entwicklung des Roten Kreuzes in der Hansestadt für recht ambivalent. Sie war mit politischen, sozialen und wirtschaftlichen Ereignissen verbunden.
Es war ein ununterbrochener Transformationsprozess – von der medizinischen Hilfeleistung im Krieg über politisches Missbrauchspotenzial bis hin zu neutralen humanitären Aktivitäten.
Heute hat das Hamburger Rote Kreuz 40.000 Fördermitglieder, 1.000 ehrenamtliche Spezialisten und 2.000 festangestellte Mitarbeiter.