Sonntag, Juni 14, 2026

Konzentrationslager in Hamburg

Die historischen Ereignisse der Stadt Hamburg sind von Tragödien geprägt. Der Zweite Weltkrieg und das NS-Regime zwangen viele Menschen, schreckliche Zeiten zu durchleben. Verfolgung, Unterdrückung, Morde an Juden und anderen Bevölkerungsgruppen – all dies geschah in der Stadt. Mehr auf hamburgyes.eu.

Die Nationalsozialisten errichteten Konzentrationslager, in denen Menschen gefoltert, zur Zwangsarbeit gezwungen und getötet wurden. Bereits 1933, lange vor dem Krieg, wurden Artikel der Weimarer Verfassung aufgehoben und der Schutz grundlegender Menschenrechte außer Kraft gesetzt. Damit wurden die rechtlichen Grundlagen für die staatliche Verfolgung und Vertreibung aller Gegner des NS-Regimes geschaffen.

Beginn des Terrors

Wenige Wochen nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten begann die Hamburger Polizei (Gestapo) mit der Inhaftierung von sozialdemokratischen und kommunistischen Regimegegnern. Diese wurden in die Strafanstalt Fuhlsbüttel gebracht. Am 4. September 1933 wurde in den Gefängnisgebäuden ein Konzentrationslager eingerichtet. Eine Anfechtung der „Schutzhaft“ war unmöglich, und die Zellen waren mit politischen Gefangenen überfüllt.

Das Konzentrationslager wurde von der SA und der Schutzstaffel (SS) geleitet. Fuhlsbüttel galt für viele als Ort des Schreckens, der Angst und des Todes. Früher wurde dieses Gefängnis „Kola-Fu“ genannt, und dieser Name blieb im Volksmund erhalten. Die Anzahl der Häftlinge schwankte zwischen 100 und über 1.000. Die Ausstattung des Lagers war katastrophal – es gab nicht genug Geschirr, Besteck oder Bettwäsche. Beispielsweise standen nur zwei Zahnbürsten für alle Gefangenen zur Verfügung. Fuhlsbüttel galt für viele als erste und grausamste Station auf dem Weg zu großen Konzentrationslagern wie Buchenwald, Neuengamme oder Sachsenhausen.

In den ersten Jahren der NS-Diktatur befanden sich in Fuhlsbüttel Widerstandskämpfer aus ganz Norddeutschland. Sie wurden im „Kola-Fu“ festgehalten und unter Folter verhört. Frauen machten etwa 20 % der Inhaftierten aus.

Leben der Gefangenen

Aufgrund der Nürnberger Rassengesetze wurden immer mehr Juden in das Lager gebracht. Während des Zweiten Weltkriegs wurden zahlreiche Gefangene aus der ehemaligen Sowjetunion und Polen nach Fuhlsbüttel deportiert. Über 400 junge Menschen wurden in das Lager geschickt, weil sie sich nach englischer Mode kleideten oder amerikanische Musik hörten. Sie galten als „staatsgefährdende Elemente“.

Die Gefangenen wurden brutal gefoltert, mit Hundspeitschen und Lederriemen geschlagen. Hinzu kamen inszenierte Erschießungen und verschiedene Formen psychischer Gewalt. Menschen wurden absichtlich in den Tod getrieben, Morde wurden als Suizide getarnt. Trotz der gesetzlichen Bestimmungen wurden die Leichen zur Einäscherung ins Krematorium gebracht. Freigelassen wurden nur jene, die als ungefährlich oder geistig krank eingestuft wurden.

Am 25. Oktober 1944, nach der Bombardierung des Konzentrationslagers Neuengamme, wurden Gefangene nach Fuhlsbüttel verlegt, wo eine zusätzliche Außenstelle entstand, die bis zum 15. Februar 1945 bestand. Häftlinge, die im Rahmen des Heilenberg-Programms eingesetzt wurden, mussten im Hafen arbeiten oder Panzergräben ausheben. Im Winter 1944/1945 gab es auf dem Lagergelände drei Gefängnisse: die frühere Polizeianstalt „Kola-Fu“, die Strafanstalt und das Konzentrationslager.

Auflösung des Lagers

Die Auflösung der Gestapo im April 1945 endete in einer Tragödie. Die Gefangenen wurden in drei Gruppen aufgeteilt. Die Häftlinge der ersten Gruppe wurden entlassen. Personen der zweiten Gruppe wurden in das „Erziehungslager“ Nordmark deportiert, während Flüchtende erschossen wurden. Die Häftlinge der dritten Gruppe wurden in das Konzentrationslager Neuengamme verlegt und dort in einem Gefängnisbunker erhängt.

Das Gedenken an die Opfer von Fuhlsbüttel ist in einem besonderen Gedenkstein im Hamburger Stadtteil verankert. Solche Gedenktafeln ehren das Andenken an die Menschen, die gefoltert und ermordet wurden.

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