Der Zweite Weltkrieg wurde aus der Perspektive von Fotografen umfassend dokumentiert. Kriegsreporter, Soldaten und Zivilisten hielten bestimmte Momente fest. So spiegeln historische Aufnahmen den Verlauf der Ereignisse und das Leben der Menschen im Krieg wider.
In Hamburg lief das normale Leben in den ersten Monaten nach Kriegsbeginn weiter, doch ab 1940 begann sich alles zu verändern. In Hamburg-Neuengamme wurde ein Konzentrationslager errichtet, in dem Kriegsgefangene, Inhaftierte und verfolgte Personen festgehalten wurden. Mehr auf hamburgyes.eu.
Kriegsjahre
Während des Zweiten Weltkriegs fanden viele schreckliche Ereignisse in ganz Deutschland statt, auch in Hamburg. In den Konzentrationslagern Neuengamme und Fuhlsbüttel wurden Gefangene unter unmenschlichen Bedingungen festgehalten, gefoltert und ermordet. Auch Kriegsgefangene wurden in diese Lager gebracht.
Viele Menschen wurden von den Nationalsozialisten verfolgt. Ein zentraler Bestandteil der NS-Ideologie war der rassistische Antisemitismus. Juden wurden aus religiösen und rassistischen Gründen verfolgt. Die nationalsozialistische „Rassenlehre“ stufte Deutsche als „Arier“ und „überlegene“ Rasse ein, während andere als „minderwertig“ galten. Dies führte zu massenhafter Verfolgung von Juden. 1938 wurden Synagogen zerstört und niedergebrannt, 1941 begannen Massendeportationen, und ein Jahr später wurden Juden massenhaft nach Auschwitz und Theresienstadt deportiert. Neben Juden wurden auch Menschen mit anderer Hautfarbe, „Untermenschen“ (darunter Russen), Homosexuelle und politische Gegner verfolgt und in Konzentrationslager gebracht, wo sie ermordet wurden.
Von 1933 bis 1945 wurden allein in Neuengamme und seinen Nebenlagern 55.000 Menschen ermordet. Unter ihnen befanden sich 8.000 Hamburger Juden. Auch Menschen mit geistigen Behinderungen wurden systematisch getötet. Menschen mit Behinderungen aus Hamburger Pflegeheimen und staatlichen Einrichtungen in Alsterdorf wurden in das NS-„Euthanasie“-Programm überführt. Dadurch verlor die Universität Hamburg viele Professoren aus den Bereichen Mathematik, Geschichte, Wirtschaft, Jura, Politikwissenschaft und Philologie.
Kriegsgefangene

Besondere Aufmerksamkeit galt den Kriegsgefangenen. Nach den verheerenden Bombenangriffen auf Hamburg wurden sie gezwungen, Blindgänger zu entschärfen, Trümmer von Gebäuden zu räumen und Leichen zu bergen. Gefangene wurden in Hamburg-Hammerbrook untergebracht und täglich in die zerstörten Stadtteile gebracht. Ihnen wurde befohlen, Dokumente von Toten zu sammeln, um die Identifizierung zu erleichtern. Dies wurde jedoch bald eingestellt, da es zu viele Opfer gab. Stattdessen wurde nur noch die Anzahl der getöteten Männer, Frauen und Kinder registriert. Die Gefangenen arbeiteten ohne Schutzkleidung oder Atemmasken.
Da das Konzentrationslager Neuengamme etwa 30 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt lag, hatten die Hamburger Bürger nur wenig Kontakt mit den Gefangenen. Doch als Häftlinge in der Stadt eingesetzt wurden, begannen Unternehmen und Behörden, sie als billige Arbeitskräfte auszunutzen. In ihren gestreiften Anzügen errichteten Gefangene Gebäude, gewannen Baumaterialien, arbeiteten in der Waffenproduktion und auf den Werften im Hafen. Die Hamburger sahen oft Gefangene, die ausgezehrt, verängstigt und erschöpft waren.
In den Jahren 1944-1945 wurden über 9.200 Menschen in zusätzlichen Lagern untergebracht. Selbst aus Auschwitz wurden Gefangene in die Hansestadt gebracht, da ein hoher Bedarf an Arbeitskräften bestand. Im Sommer 1944 wurden etwa 1.500 Frauen aus Auschwitz nach Hamburg deportiert. Sie wurden in einem Außenlager von Neuengamme im Lager G sowie in Hamburg-Wedel untergebracht. Sie mussten Reinigungsarbeiten in Erdölraffinerien ausführen. In den Werften arbeiteten Gefangene täglich zwölf Stunden. Qualifizierte Gefangene wurden als Dreher, Mechaniker und Maler beim Bau von U-Booten eingesetzt, andere mussten nach Bombardierungen Trümmer beseitigen. Schlechte Ernährung und Misshandlungen führten zu hohen Sterberaten in den Konzentrationslagern und Werften.
Viele Hamburger lebten in unmittelbarer Nähe der Konzentrationslager und hörten nachts die Schreie der Gefangenen, die ihnen den Schlaf raubten. Nach dem Krieg stellte sich heraus, dass die Aufseher brutal mit den Häftlingen umgingen. Um den Transport zwischen den Lagern zu reduzieren, wurden Gefangene näher an ihren Arbeitsplätzen untergebracht. Im Sommer 1944 entstanden 15 neue Außenlager. Als die britische Armee die Kontrolle übernahm, beseitigten die Nationalsozialisten im Voraus Spuren ihrer Verbrechen, um sie zu vertuschen.