Sonntag, Juni 14, 2026

Die Kriegsseiten der Geschichte Hamburgs – Verfolgung der Juden

Während der Herrschaft des NS-Regimes wurden sechs Millionen Menschen ermordet, die als Juden galten. Die Vernichtung von Bevölkerungsgruppen war eine Ideologie des Nationalsozialismus, die sich während des Zweiten Weltkriegs verbreitete. Der Völkermord an den Juden war im Voraus geplant und endete in massiven Repressionen und Vernichtungslagern. Mehr auf hamburgyes.eu.

Politik gegen Juden

Die ersten Übergriffe auf Juden begannen nach den Reichstagswahlen am 5. März 1933. In Hamburg vermieden Juden bestimmte Straßen im Stadtteil Grindelviertel, da sie dort am häufigsten verfolgt wurden. Im April desselben Jahres erfolgte ein öffentlicher Aufruf zum Boykott jüdischer Geschäfte, wodurch bestimmte Bevölkerungsgruppen daran gehindert wurden, ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Diese Maßnahmen stießen bei der Bevölkerung nicht auf Widerstand, sondern wurden vielmehr mit Interesse verfolgt.

Ebenfalls trat das „Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“ in Kraft. Die neuen Regeln untersagten Juden den Zugang zum Staatsdienst, da nur „Arier“ in den öffentlichen Dienst aufgenommen werden durften. Diese Verbote erstreckten sich auch auf Ärzte, Journalisten und Juristen. Juden wurde sogar der Zutritt zu Musikclubs und Fußballstadien untersagt.

Mit jedem Jahr verschärfte sich die Situation weiter, und die Repressionen wurden systematisch. Menschen wurden inhaftiert, Synagogen niedergebrannt und Geschäfte zerstört. Ab dem 1. Januar 1939 musste jeder Jude eine Kennkarte besitzen, wodurch die Behörden genau wussten, wo jüdische Familien lebten. Ihnen wurde der Besitz von Immobilien untersagt, die freie Wohnungswahl wurde eingeschränkt, und sie wurden zwangsweise in sogenannte „Judenhäuser“ untergebracht. Jüdischen Kindern wurde der Schulbesuch in deutschen Schulen untersagt, auch in Hamburg. Sämtliche Maßnahmen zur Verfolgung und anschließenden Vernichtung der Juden waren von der NS-Regierung geplant.

Deportationen und Völkermord

Der erste Deportationszug verließ Hamburg am 25. Oktober 1941 mit 1.034 Hamburgern an Bord, die nach Łódź gebracht wurden. Bis zum Ende des Krieges wurden etwa 4.000 Personen aus der Stadt deportiert. Ab dem 1. September 1941 musste jeder Jude einen gelben Davidstern an der Kleidung tragen. Die Menschen wurden zwangsweise in Ghettos gebracht, wo sie schwere Arbeit verrichten mussten und keine Hoffnung auf Rettung hatten. Viele wurden erschossen oder gefoltert. Bis 1945 verließen weitere 18 Züge mit jüdischen Gefangenen den Hannoverschen Bahnhof in Richtung Ghettos in Ost- und Mitteleuropa. Die Waggons waren eisig kalt, überfüllt und wurden von bewaffneten Soldaten bewacht.

In den Konzentrationslagern wurden Menschen mit Peitschen, Gürteln und Stuhlbeinen geschlagen und auf grausame Weise gefoltert. Neben physischer Gewalt wurden auch psychische Qualen zugefügt – von Einschüchterung bis hin zum erzwungenen Selbstmord. Viele dieser Selbstmorde dienten als Tarnung für Mord, die Leichen wurden anschließend in Krematorien verbrannt.

Hitlers Projekt zur Vernichtung der Juden wurde geheim gehalten, und es gibt keine offiziellen Dokumente zum Beginn der Umsetzung. Ziel war die vollständige Vernichtung einer Bevölkerungsgruppe – dazu wurden Gaskammern, das Giftgas Zyklon B und Massenerschießungen eingesetzt. Die letzte Deportation von Juden aus Hamburg fand am 14. Februar 1945 statt, wenige Wochen vor Kriegsende. Das Morden dauerte bis zum letzten Moment der deutschen Kapitulation.

In Hamburg gibt es eine Gedenkstätte für die Opfer des Nationalsozialismus. Diese befindet sich in der HafenCity, und das Denkmal ist der Deportation von 8.071 Juden gewidmet. Dauerausstellungen dokumentieren das Schicksal deportierter Bewohner der Hansestadt und Norddeutschlands. Jedes Jahr am 27. Januar gedenken die Deutschen am „Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus“ der Verfolgten und Ermordeten.

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