Dienstag, Juni 16, 2026

Der Erste Weltkrieg in Hamburg

Die Erinnerungen an Kriegszeiten sind immer schmerzhaft, da moderne Menschen verstehen, welches Grauen ihre Vorfahren durchlebt haben. Der Erste Weltkrieg ging als großer, totaler Krieg in die Geschichte ein, da er die gesamte Bevölkerung der in das blutige Gemetzel verwickelten Länder betraf. Hamburg wurde von August 1914 bis November 1918 zu einer Hinterlandstadt. Mehr auf hamburgyes.eu.

Beginn des Krieges

In dieser Zeit blühte die Stadt, die Einwohner bereiteten sich auf die Freizeit vor, und der Stadtpark wurde eröffnet, wo die Menschen spazieren gehen und frische Luft atmen konnten. Doch diese Unbeschwertheit endete mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs. Zwar fielen in Hamburg keine Bomben und es waren keine Schüsse zu hören, aber für viele Menschen waren die Ereignisse dieser Zeit dramatisch. Ein großer Teil der Männer wurde zur Armee eingezogen, und viele Familien verloren ihre Ernährer.

Die Verwaltung der zivilen Behörden wurde durch das Militär ersetzt. Ab August 1914 wurde in Hamburg das Hauptmilitärkommando eingerichtet. Es erhielt den Auftrag, die Versorgung der Armee sicherzustellen und das gesellschaftliche Leben der Stadt zu kontrollieren. Versammlungen wurden verboten, die Zensur wurde eingeführt, Postsendungen wurden überwacht und Kriegsgefangene untergebracht.

Anfangs begrüßten junge Männer den Krieg und meldeten sich freiwillig. Es gab jedoch auch viele Einwohner, die die militärischen Aktionen nicht unterstützten. Die britische Seeblockade führte zur Schließung des Hafens, Unternehmen stellten ihre Arbeit ein, und es entstanden Versorgungsprobleme. Viele Einwohner litten unter Hunger.

Das Leben in der Stadt

In Hamburg wurde der Einfluss des Senats eingeschränkt, und damit wurden alle verfassungsmäßigen Rechte aufgehoben. Die Stadt wurde vom Artilleriegeneral Maximilian von Roel regiert, der am 5. Juni 1916 durch General Adalbert von Falk ersetzt wurde. Bis zum Herbst 1917 wuchs ihr Kommando auf 400 Soldaten und zivile Beamte.

Da die Männer an der Front waren, mussten Frauen für den Lebensunterhalt ihrer Familien sorgen. Sie arbeiteten als Schaffnerinnen, in der Rüstungsindustrie, als Zimmerleute und Maurerinnen. Natürlich litten auch Kinder und Jugendliche unter dem Krieg, da sie ohne Vater aufwuchsen und ihre Mütter ständig arbeiteten.

Mit Kriegsbeginn verschlechterte sich die Lebensmittelversorgung für die Zivilbevölkerung. In den Jahren 1916-1917 gab es einen kritischen Mangel an Kartoffeln und Brot. Eine große Herausforderung war die Unterernährung, insbesondere in den ärmeren Bevölkerungsschichten.

Der kritische Zustand der Nahrungsmittelversorgung in der Stadt wurde durch mangelnde Weitsicht bei der Planung der Lebensmittelversorgung sowie durch die Blockade, die den Import behinderte, verursacht. Die Behörden rechneten mit einem schnellen Kriegsende und verließen sich auf die eigene Produktion.

Im Frühjahr 1915 wurden Lebensmittelmarken eingeführt, und die Brotversorgung wurde rationiert.

Quelle: geschichtsbuch.hamburg.de

Auch die Wirtschaft wurde durch den Krieg schwer getroffen. Viele Menschen verloren ihre Arbeit, der Hafen wurde blockiert, und der Handel fand nur noch mit neutralen Ländern wie Schweden, Norwegen und Dänemark statt. Doch nach den ersten Kriegsjahren stellte sich die Wirtschaft auf Kriegsproduktion um, die Arbeitslosigkeit sank, und es gab sogar einen Mangel an Arbeitskräften in der Rüstungsindustrie.

Das Ende des Krieges

Das Kriegsende 1918 ging in Hamburg mit einer Revolution einher. Infolgedessen wurde die Macht zwischen dem Arbeiter- und Soldatenrat und dem traditionellen Senat aufgeteilt.

Was die Verluste betrifft, so starben in Hamburg etwa 31.500 Menschen, was etwa 2,85 % der Gesamtbevölkerung der Stadt entsprach.

Heute erinnern Denkmäler an die Gefallenen. Eines davon ist eine 21 Meter hohe Stele in den Gewässern der Kleinen Alster am Rathausmarkt. Sie trägt die Inschrift: „Vierzigtausend Söhne der Stadt gaben ihr Leben für euch.“

Der große Soldatenfriedhof befindet sich auf dem Hauptfriedhof Ohlsdorf. Dort sind lange Reihen von Gräbern zu sehen – auch im Tod blieben die Soldaten Soldaten.

Auch viele jüdischgläubige Deutsche kamen in den Kämpfen des Ersten Weltkriegs ums Leben. Für die britischen Gefallenen gibt es auf dem Ohlsdorfer Friedhof einen eigenen Soldatenfriedhof.

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