Der Zweite Weltkrieg endete für Deutschland 1945 mit der Kapitulation. Nach den verheerenden Bombenangriffen lag Hamburg in Trümmern, insbesondere die Wohnviertel, die Werften und die Infrastruktur. All das verwandelte die malerische Hafenstadt in ein Gebiet der Zerstörung.
Genau in dieses Chaos trat Max Brauer ein, der nach dem Krieg Erster Bürgermeister wurde. Ihm oblag die Mammutaufgabe, die Stadt wiederaufzubauen und den Menschen Stabilität zurückzugeben. Daran erinnern heute Gedenktafeln an der Alster. Mehr dazu erfahren Sie im Folgenden auf hamburgyes.
Das Kriegsende und die Bürgermeisterwahl
Der Zweite Weltkrieg endete für Hamburg am 3. Mai 1945 mit der kampflosen Übergabe der Stadt an die britische Armee. Eine Schlacht wäre militärisch sinnlos gewesen und hätte die vollständige Zerstörung der Metropole bedeutet, konnte aber durch Verhandlungen mit den Briten abgewendet werden. Dennoch gestalteten sich die folgenden drei Jahre als äußerst schwierig, da fast die Hälfte der Stadt, insbesondere im Osten, zerstört war. Viele Verkehrsknotenpunkte waren unterbrochen, und die Einwohnerzahl Hamburgs war von 1,7 Millionen zu Kriegsbeginn auf 1 Million im Mai 1945 gesunken. Allmählich kehrten Flüchtlinge, befreite Kriegsgefangene und Vertriebene zurück. Hunderttausende mussten in Notunterkünften untergebracht werden, da es keinen Wohnraum gab.
Das politische Leben in der Stadt begann sich im Sommer 1945 mit der Zulassung der ersten Gewerkschaften zu erholen. Am 13. Oktober 1946 fanden die ersten Nachkriegswahlen statt. Das Wahlrecht basierte auf dem britischen Wahlmodell, das der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) 83 von 110 Sitzen in der Bürgerschaft einbrachte. Max Brauer, der aus dem amerikanischen Exil zurückgekehrt war, wurde 1946 zum Ersten Bürgermeister gewählt. Angesichts der Nachkriegsprobleme berief er Vertreter aller Parteien in den Senat, um gemeinsam die richtigen Entscheidungen zu treffen und den Wiederaufbau der Stadt in Angriff zu nehmen.
Historiker beschreiben Brauer als einen durchsetzungsfähigen, hartnäckigen und autoritären Anführer, der selbst bei politischen Gegnern Respekt genoss. Er leitete die Geschicke der Stadt bis 1960, unterbrochen von 1953 bis 1957. Zu Max Brauers Plänen gehörten die Bekämpfung des Hungers in Hamburg, der Bau von neuem Wohnraum für die Bevölkerung und der Wiederaufbau des Hafens.
Die ersten Herausforderungen
Die ersten Schritte beim Wiederaufbau Hamburgs waren kritisch, da der Winter 1946/1947 als einer der kältesten des 20. Jahrhunderts prognostiziert wurde. Von Mitte Dezember bis Anfang März sanken die Temperaturen auf bis zu minus 25 Grad. 85 Menschen erfroren, etwa 500 weitere Hamburger starben an Lungenentzündung, während die Lebensmittel- und Kohlevorräte zur Neige gingen. Daraufhin rief Max Brauer am 28. Dezember 1946 einen Notstandsplan aus und erlaubte täglich nur noch zwei Stunden Strom. Öffentliche Einrichtungen und Schulen blieben bis zur Aufhebung des Notstands geschlossen. Der öffentliche Nahverkehr war stark eingeschränkt, und die Geschäfte öffneten nur von 10 bis 15 Uhr. Die Lage blieb angespannt, bis die Temperaturen stiegen.

Brauer überzeugte Bergarbeiter, für die Hansestadt Überstunden zu leisten, indem er Arbeitsstunden gegen kulturelle Veranstaltungen eintauschte. Die Wirtschaft stagnierte, da die Werften beschädigt waren und der Handel durch den nur etwa 50 Kilometer entfernten „Eisernen Vorhang“ gelähmt wurde. Dennoch sah sich der Erste Bürgermeister als Garant für die Entwicklung der Stadt und konzentrierte sich auf sozialdemokratische Kernanliegen. Sein Team fokussierte sich auf die Wiederherstellung der Infrastruktur, die Bereitstellung von Sozialwohnungen und den Wiederaufbau der Handelswege.
Die wichtigsten Arbeiten
Max Brauer versuchte, den Wiederaufbau zu beschleunigen, insbesondere nach der Währungsreform am 20. Juni 1948. Damals wurde die Deutsche Mark eingeführt und viele Beschränkungen für Unternehmen und Verbraucher aufgehoben. Der Wiederaufbau des Hafens hatte oberste Priorität, da er das Herz Hamburgs und seine zukünftige wirtschaftliche Entwicklung war. Langsamer verliefen die Trümmerbeseitigung, die Wiederherstellung der Verkehrswege und die Instandsetzung der Wohnhäuser. Der am 3. April 1948 eingeführte Marshallplan – die amerikanische Aufbauhilfe – sicherte zusammen mit der Währungsreform eine Verbesserung der wirtschaftlichen Lage und beschleunigte die Rekonstruktion.

Als 1951 die alliierten Beschränkungen fielen, nahmen die Werften, darunter Stülckenwerft, den Schiffbau wieder auf. Hamburg strebte mit der sogenannten „Elbpolitik“ die Wiederaufnahme von Kontakten zu Osteuropa an. Das Ende der Demontagen und der Wiederaufbau des Hafens belebten die Wirtschaft der Stadt. Auch der Infrastrukturausbau begann: Die U-Bahn wurde erweitert und das Elektrizitätswerk wieder aufgebaut. Die Trümmerräumung war 1953 offiziell abgeschlossen.
Vom Trümmerfeld zum modernen Wirtschaftswunder
Die Amtszeit von Max Brauer brachte das „Wirtschaftswunder“ der 1950er-Jahre mit sich: steigende Einkommen, sinkende Preise und eine „Konsumwelle“ bei Kleidung, Möbeln und Freizeitaktivitäten. Seit 1945 öffneten in der Stadt wieder Theater und Kinos, und gedruckte Medien erschienen erneut.
Probleme blieben natürlich bestehen, darunter Wohnungsnot, Bombentrichter und Finanzierungsmangel. 1953 verlor die SPD die Wahl, und Brauer trat von seinem Amt zurück, kehrte aber 1957 zurück. Er hinterließ ein bedeutendes Erbe, darunter die Rekonstruktion nach 1945, die Gründung der Wohnungsbaugesellschaft „SAGA“ und der Wiederaufbau der Staatsoper. Im Jahr 2023 wurde seine Persönlichkeit mit einer Gedenktafel an der Alster für seine Verdienste um Bildung, sozialen Wohnungsbau und soziale Gerechtigkeit geehrt.
Die Arbeit von Max Brauer beim Wiederaufbau Hamburgs nach dem Zweiten Weltkrieg inspiriert somit heutige Führungskräfte. Es gelang ihm, die Ruinen in eine blühende Stadt zu verwandeln, in der der Hafen Schiffe empfängt und die Menschen das Leben genießen.
Джерела:
- https://geschichtsbuch.hamburg.de/epochen/nachkriegszeit/
- https://www.vorwaerts.de/geschichte/max-brauer-aus-dem-exil-ins-burgermeister-amt-hamburg
- https://www.ndr.de/geschichte/chronologie/13-Oktober-1946-Erste-Hamburger-Buergerschaftswahl-nach-Kriegsende,buergerschaftswahl130.html
- https://www.fr.de/politik/brauer-scholz-und-tschentscher-alle-buergermeister-hamburgs-in-der-uebersicht-zr-93602653.html?utm_source