Die Operation „Gomorrha“ ging in die Geschichte Hamburgs und ganz Deutschlands als eine der tragischsten Militäroperationen des Zweiten Weltkriegs ein. Ihr Ergebnis war die vollständige Zerstörung der Stadt und der Tod von Zehntausenden Zivilisten. Im 21. Jahrhundert wurde die Operation „Gomorrha“ als eine der schlimmsten zivilen Katastrophen in der gesamten Menschheitsgeschichte anerkannt. Wer stand hinter der massenhaften Vernichtung der Hamburger Bevölkerung, und wie gravierend waren die Folgen? Mehr auf hamburgyes.eu.
Die Idee massiver Luftangriffe
Ungefähr ein Jahr nach Beginn des Zweiten Weltkriegs beschlossen Amerika, Großbritannien und ihre Verbündeten, die Luftangriffe gegen Deutschland zu intensivieren. Die strategische Luftfahrt wurde als Mittel zur Zerschlagung der Kampfmoral und des Durchhaltewillens der Deutschen eingesetzt. Verschiedene deutsche Städte wurden als Ziele ausgewählt und regelmäßig bombardiert. Der zerstörerischste Angriff war der Luftangriff auf Hamburg im Sommer 1943.
Zu dieser Zeit wusste die militärische Führung genau, was erforderlich war, um einen massiven Schlag zu versetzen. Beispielsweise wurde für den Luftangriff auf Hamburg die Nachtzeit gewählt – vorherige kleinere Operationen hatten gezeigt, dass Tagesangriffe leichter abgewehrt werden konnten.
Im Januar 1943 fanden geheime Verhandlungen zwischen dem US-amerikanischen und britischen Militärkommando statt. Bereits damals wurde Hamburg als Ziel festgelegt. Zum Leiter der Operation wurde Arthur Harris ernannt. Frühere Angriffe auf Fabriken und andere industrielle Anlagen in Hamburg waren erfolglos geblieben. Daher wurde beschlossen, eine großflächige Bombardierung der gesamten Stadt durchzuführen. Den Organisatoren war bewusst, dass in erster Linie die Zivilbevölkerung und die zivile Infrastruktur betroffen sein würden.

Wie verlief die Operation?
Der erste Luftangriff fand in der Nacht vom 24. auf den 25. Juli statt. Die Bombardierung dauerte etwas mehr als eine Stunde und wurde von etwa 800 Flugzeugen durchgeführt. Nur 12 davon wurden abgeschossen, der Rest kehrte sicher zurück. Die Bombardierungstaktik wurde so gewählt, dass die Stadt von einer Feuerwalze überzogen wurde: Zuerst wurden Tausende Sprengbomben abgeworfen, gefolgt von Brandbomben.
Bereits am nächsten Tag folgte ein zweiter Angriff durch amerikanische Bomber. Die Angriffe dauerten vom 24. Juli bis zum 3. August. Wohngebiete und ganze Stadtviertel wurden mit Bomben „übersät“. Um die Verteidigungssysteme der Stadt zu schwächen, warfen die Flugzeuge auch spezielle Aluminiumfolie ab, die das Radar der Hamburger Flugabwehr störte.
Eine Evakuierung der Zivilbevölkerung war unmöglich, sogar die Arbeit der Hamburger Feuerwehr wurde blockiert. Dies lag daran, dass die Angriffe massiv und kontinuierlich stattfanden. Zudem spielte das Wetter den Amerikanern und Briten in die Hände – in Deutschland herrschten große Hitze und starke trockene Winde.
An den Explosionsorten entstanden Brände. Kleine Brände verschmolzen schnell miteinander, und durch die starken Winde verbreitete sich das riesige Feuer über die gesamte Stadt. Die Lufttemperatur in den Brandherden erreichte 800°C. Dadurch schmolz der Asphalt, und viele Menschen konnten nicht entkommen, sie blieben stecken, und niemand konnte sie retten.
Die Situation in der Stadt erinnerte tatsächlich an die biblische Geschichte von Gomorra, die durch Feuer vom Himmel zerstört wurde. Der einzige Unterschied bestand darin, dass laut Überlieferung die Bewohner Gomorras für ihre Sünden bestraft wurden. Die Bewohner Hamburgs hingegen starben aus völlig anderen Gründen.
Das katastrophale Ergebnis der Operation
Das Ziel der Operation „Gomorrha“ war es, Deutschland zur Kapitulation zu zwingen. Da dies nicht geschah, hatte die militärische Führung letztlich ihr Hauptziel verfehlt. Doch Hamburg lag in Trümmern, und dies hatte erhebliche Auswirkungen auf den weiteren Kriegsverlauf.
Die Bedeutung der Stadt für die Versorgung der deutschen Armee war kaum zu überschätzen. Hamburg war ein industrielles Zentrum Deutschlands mit zahlreichen Fabriken, die die Armee mit Kriegsmaterial versorgten. Zudem war die Stadt ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt für die industrielle Versorgung des gesamten Landes. Die Zerstörung Hamburgs führte zwar nicht direkt zur Kapitulation Hitlers, spielte aber eine bedeutende Rolle bei der Schwächung der Wehrmacht und der Zermürbung der Bevölkerung.
Die Operation „Gomorrha“ forderte das Leben von Zehntausenden Zivilisten – laut verschiedenen Quellen zwischen 35.000 und 45.000 Menschen. Unter ihnen waren weniger als tausend Soldaten. Die übrigen Opfer waren Einwohner Hamburgs: Männer, Frauen und Kinder. Zudem wurden etwa 200.000 Menschen verletzt. Die Hälfte der Stadt wurde vollständig zerstört, und etwa eine Million Menschen mussten evakuiert werden.
Folgen für Hamburg
Die Wiederherstellung Hamburgs dauerte Jahrzehnte, aber viele Gebäude von historischem und kulturellem Wert wurden für immer zerstört. Museumsstücke in Hamburg und anderen europäischen Städten erzählen von diesem schrecklichen Verbrechen gegen die Zivilbevölkerung im Zweiten Weltkrieg.

Historiker spekulierten, dass die „Gomorrha“ von Hamburg in der Zukunft die Staatsführer dazu bringen könnte, militärische Konflikte so zu gestalten, dass sie nicht in einem derartigen Ausmaß auf die Zivilbevölkerung übergreifen. Leider sind die Kriege des 21. Jahrhunderts nach wie vor von massiven zivilen Opfern geprägt. Dies bestätigt nur die traurige Wahrheit des bekannten Spruchs: „Die Geschichte lehrt… nichts.“