Hamburg hat verschiedene Zeiten erlebt, von Perioden des Wohlstands und der Entwicklung bis hin zu Krisen und Besetzungen. Eine der schwierigsten Prüfungen in der Geschichte der Stadt war die Besetzung durch das Französische Kaiserreich zu Beginn des 19. Jahrhunderts. In diesem Artikel erzählen wir, wie die französischen Truppen unter der Führung von Napoleon Bonaparte Hamburg eroberten und wie die Hamburger Bürger die Unabhängigkeit ihrer Stadt verteidigten. Mehr auf hamburgyes.eu.
Die Besetzung Hamburgs durch napoleonische Truppen

Hamburg lebte und florierte als eine der bedeutendsten Hansestädte. Dies war der Fall, bis die Stadt im Herbst 1806 unter Besatzung geriet. Zu dieser Zeit zog Marschall Edouard Adolphe Mortier, der Oberbefehlshaber der französischen Nordarmee, mit mehreren Tausend Soldaten des 8. Armeekorps nach Hamburg. Nachdem er den Hamburger Senatoren seinen Befehl zur Eroberung der Stadt mitgeteilt hatte, entschieden sie sich, keinen Widerstand zu leisten. So nahmen die Truppen die Hansestadt ein, und eine neue, schwierige Periode ihrer Geschichte begann.
Während der Besetzung stand Hamburg faktisch unter direkter Kontrolle Napoleons. Insbesondere wurden die Pressefreiheit und das Recht auf öffentliche Meinungsäußerung eingeschränkt, und das Postsystem wurde unter die Kontrolle Frankreichs gestellt. Der Senat und die Einwohner Hamburgs verloren jede Möglichkeit zur politischen Selbstbestimmung. Die Besatzung brachte nicht nur politische Veränderungen mit sich, sondern auch ernste Prüfungen für die Einwohner, insbesondere im Handel und in der Industrie, die in den napoleonischen Zeiten besonders hart getroffen wurden. Viele Unternehmen gingen bankrott, und Handelswege wurden blockiert. Die Wirtschaft erlitt erhebliche Verluste, was zu Arbeitslosigkeit und Armut unter der Bevölkerung führte.

Im Jahr 1811 wurde Hamburg offiziell in das Französische Kaiserreich eingegliedert und wurde ein direkter Bestandteil desselben. Für Hamburg war dies eine Zeit erheblicher Veränderungen, da die französische Regierung bereits alle Bereiche des städtischen Lebens kontrollierte. Sogar das Wappen und alle Symbole Hamburgs wurden ersetzt oder verändert, um den neuen Realitäten der französischen Herrschaft zu entsprechen.
Der Kampf um Hamburg und die Befreiung der Stadt

Ende Februar 1813 versuchten die Hamburger Bürger, die Situation zu ändern, und organisierten einen spontanen Aufstand gegen die französischen Herrscher. Zu den patriotisch gesinnten Bürgern gehörten Kaufleute, Juristen und Ärzte. Der Generalstaatsanwalt berichtete am 24. Februar 1813 seiner Führung, dass an diesem Morgen die unteren Schichten der Stadt einen Aufstand begonnen hätten. Doch die Rebellion war nur von kurzer Dauer, da die wohlhabenderen Bürger Hamburgs sie nicht unterstützten. Später, während des Krieges der Sechsten Koalition, wurden am 17. März 1813 die französischen Truppen durch russische Soldaten unter dem Kommando von General Friedrich Karl von Tettenborn, der im russischen Dienst stand, vorübergehend, aber vollständig aus Hamburg vertrieben. Zwei Monate lang übernahmen Vertreter des alten Senats und die Hamburger Bürger wieder die Verwaltung der Stadt. Doch bereits im Mai 1813 marschierten Napoleons Truppen unter dem Kommando von Marschall Louis-Nicolas Davout erneut in Hamburg ein und stellten ihre Herrschaft mit zahlreichen Repressionen gegen die Einheimischen wieder her.

Der Kampf um Hamburg und die Befreiung der Stadt
Nach seinem Rückzug aus Russland machte sich Napoleon sofort daran, eine neue Armee aufzustellen, indem er die letzten Ressourcen und Kräfte aus allen ihm unterstellten Gebieten mobilisierte. Er befahl, Hamburg wieder unter die Kontrolle des Kaiserreichs zu bringen und es in eine uneinnehmbare Festung zu verwandeln. Um die Bürger der Stadt zu bestrafen, entschied Napoleon, „die härteste Strafe für Kaufleute zu verhängen – ihnen ihr Geld zu nehmen“. Die Stadt erhielt eine riesige Strafe von 48 Millionen Franken, die den Bürgern unter Androhung des Todes abgenommen wurde. Darüber hinaus musste die Bevölkerung sämtliche Kosten für die Unterbringung der großen Garnison tragen und hohe Steuern zahlen, von denen nicht einmal Kranke oder Waisen befreit wurden.
Der Befehlshaber der französischen Armee, Nicolas Davout, bereitete Hamburg intensiv auf eine Belagerung vor. Für den Bau von Verteidigungsanlagen arbeiteten mehr als 10.000 Menschen rund um die Uhr. Aufgrund des Mangels an Arbeitern zwangen die Gendarmen auf den Straßen Frauen, Kinder, Reiche und Arme gleichermaßen zur Zwangsarbeit ohne Pause.
Der Höhepunkt aller Leiden war die Vertreibung von 25.000 Einwohnern aus der Stadt, die sich nicht für die erwartete Belagerung versorgen konnten. Dies geschah in den kalten Tagen der Weihnachtszeit 1813. Die Hamburger erlebten damals alle Schrecken: Hunger, Krankheit und Tod. Später führten die Franzosen mit wechselndem Erfolg Kämpfe gegen die russischen Einheiten, die die Stadt belagerten, doch bereits am 4. April verzichtete Napoleon auf die Macht, und Marschall Davout trat zurück und reiste nach Paris. Am 30. Mai 1814 gab Ludwig XVIII. den Befehl zur Räumung Hamburgs, und die Franzosen zogen sich zurück.
Trotz der außergewöhnlich schwierigen und tragischen Zeit der französischen Besatzung für die Stadt und ihre Bürger fand Hamburg die Kraft, sich zu regenerieren und zum friedlichen Leben zurückzukehren, um seine Geschichte weiterzuschreiben.