Helmut Schmidt war ein deutscher Politiker, der zu einem der bekanntesten europäischen Führer des 20. Jahrhunderts wurde. Zusammen mit seiner Frau Loki Schmidt führte er ein bescheidenes, ruhiges Leben, und ihr gemütliches Haus in Hamburg ist heute ein beliebtes Museum. Helmut Schmidt erlangte den Ruf eines Politikers, der allgemeine Anerkennung und sogar Volksliebe genoss. Er wurde als „moralische Autorität“ bezeichnet, und auch nach seinem Tod im Jahr 2015 bleibt seine Biografie und Lebensgeschichte von großem Interesse. Lesen Sie mehr unter hamburgyes.eu.
Helmut Schmidt tat viel für Hamburg, und eine seiner herausragendsten Leistungen war die Rettungsaktion nach dem Sturm von 1962.
Die Februarkatastrophe
Im Februar 1962 ereignete sich die schlimmste Naturkatastrophe in der Geschichte Hamburgs. Am 12. Februar traf ein schwerer Sturm die Küstengebiete Norddeutschlands. Große Wassermassen bewegten sich und der Wasserstand der Elbe stieg erheblich in Richtung Hamburg an. Am 16. Februar kam es zu mehreren Deichbrüchen, die Überschwemmungen auslösten. Doch weder die Hamburger Behörden noch die Einwohner glaubten, dass ihr Leben in Gefahr war.
In der Nacht vom 16. auf den 17. Februar verschärfte sich die Lage dramatisch: Zahlreiche Deiche brachen. Besonders betroffen war der Stadtteil Wilhelmsburg, der von vielen Kanälen umgeben ist. Der südliche Teil Hamburgs war vom Rest der Stadt abgeschnitten. Am Morgen hatten die Bewohner keinen Telefonanschluss mehr und konnten aufgrund überfluteter Straßen und zerstörter Bahnhöfe nicht aus ihren Stadtteilen fliehen. Leider kamen mehr als 300 Menschen ums Leben, und bis zum Morgen des 17. Februar waren über 6.000 Gebäude zerstört.
Später stellte sich heraus, dass die Hamburger Deiche in einem katastrophalen Zustand waren. Die Stadt hatte sich gerade erst von den Verwüstungen durch die Bombardierungen des Zweiten Weltkriegs erholt. Die Deiche wurden nicht ausreichend überwacht, weshalb der Orkan und die Flut zu tragischen Folgen führten. Die Katastrophe traf den Senat und andere Hamburger Behörden völlig unvorbereitet.
Die Maßnahmen von Helmut Schmidt

Während die Zahl der Todesopfer stieg, verschlechterte die schlechte Kommunikation und das Fehlen eines Notfallplans die Situation. Die Hamburger Behörden und die Polizei reagierten nicht angemessen. In diesem Moment übernahm Helmut Schmidt die Leitung der Rettungsaktion. Aufgrund seiner Erfahrung und einer schnellen Lagebeurteilung erkannte er, dass eine sofortige Evakuierung notwendig war, um eine fünfstellige Opferzahl bis zum Abend des 17. Februar zu verhindern.
Helmut Schmidt traf eine eigenständige Entscheidung – er nutzte seine Kontakte zu den Militärkommandeuren. Einer davon war der NATO-Oberbefehlshaber in Europa. Schmidt wandte sich mit einer persönlichen Bitte an ihn: Boote, Hubschrauber, Rettungsausrüstung und möglichst viele Soldaten bereitzustellen. Innerhalb weniger Stunden begann die Rettungsaktion. Nicht nur deutsche, sondern auch amerikanische, französische und weitere internationale Truppen kamen zur Katastrophenstelle. 20.000 Menschen wurden sofort evakuiert. Weitere 50.000 Hamburger erhielten per Hubschrauber Wasser, Lebensmittel und Medikamente.
Nach einigen Tagen schloss sich die deutsche Bundesregierung der Bewältigung der Naturkatastrophe an. Doch die Hauptlast der Krise lag auf Schmidt. Er organisierte die Unterbringung der Evakuierten, sorgte für finanzielle Hilfen für die Betroffenen und ließ Impfungen durchführen, um Epidemien zu verhindern.
Nach der Rettungsaktion in Hamburg festigte Helmut Schmidt endgültig seinen Ruf als entschlossener, mutiger und furchtloser Politiker, dem die deutsche Gesellschaft vertraute. Laut verschiedenen Umfragen, die Ende des 20. Jahrhunderts durchgeführt wurden, galt Helmut Schmidt für viele Deutsche als Vorbild eines Staatsführers.