Mittwoch, Mai 20, 2026

Hans-Ulrich Klose – Erster Bürgermeister von Hamburg

Der Politiker Hans-Ulrich Klose ist vor allem als Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg sowie als Mitglied des Deutschen Bundestages bekannt. Seine Einschätzungen waren stets mutig und präzise, seine Meinung wurde in wichtigen staatlichen Entscheidungen berücksichtigt. Mehr auf hamburgyes.eu.

Ein Blick auf seine Biografie

Hans-Ulrich Klose wurde am 14. Juni 1937 in Breslau (heute Wrocław) in der Provinz Niederschlesien geboren. Nach dem Zweiten Weltkrieg zog seine Familie nach Bielefeld. 1957 absolvierte er das Abitur und begann ein Jurastudium an den Universitäten Freiburg und Hamburg. 1961 erwarb er sein erstes juristisches Staatsexamen, 1965 das zweite, woraufhin er als Rechtsanwalt in Hamburg tätig wurde.

Bereits während seines Studiums, im Jahr 1964, trat Hans-Ulrich Klose der Hamburger SPD bei. Von diesem Zeitpunkt an nahm seine politische Karriere rasant Fahrt auf. 1970 wurde er in die Hamburgische Bürgerschaft gewählt und zwei Jahre später zum Vorsitzenden der SPD-Fraktion ernannt. 1974 übernahm er das Amt des Senators für Inneres und wurde zugleich Erster Bürgermeister der Stadt Hamburg. Während seiner Amtszeit gelang es der SPD, ihre Führungsposition zurückzugewinnen, doch gleichzeitig wurden strenge Sparmaßnahmen eingeführt.

Klose galt als Vertreter des linken Flügels der Partei. Seine politischen Gegner und Mitstreiter sahen in ihm einen besonnenen Pragmatiker. Im Gegensatz zu seinen linken Kollegen wie Oskar Lafontaine unterstützte er aktiv die Idee der deutschen Wiedervereinigung. Als Fraktionsvorsitzender im Bundestag trieb er einen Kompromiss voran, der eine Einigung mit der CDU/CSU-FDP-Regierung unter Helmut Kohl vorsah. Diese Haltung wurde Ende des 20. Jahrhunderts von vielen Sozialdemokraten scharf kritisiert.

In den frühen 1970er Jahren setzte sich Klose aktiv gegen den Radikalenerlass ein, der eine Überprüfung von Bewerbern für den öffentlichen Dienst vorsah. Er unterstützte zudem Proteste gegen den Bau des Atomkraftwerks Brokdorf an der Elbe, westlich von Hamburg. Diese Position fand jedoch nicht immer Rückhalt in seiner eigenen Partei.

1981 trat Hans-Ulrich Klose als Erster Bürgermeister Hamburgs zurück und wechselte in den Deutschen Bundestag. Sein Nachfolger im Bürgermeisteramt wurde Klaus von Dohnanyi.

Politische Tätigkeit und Engagement

In den 1950er Jahren nahm Hans-Ulrich Klose an einem Austauschprogramm in den Vereinigten Staaten teil. Diese Erfahrung prägte sein Verhältnis zu Amerika entscheidend. In einem Interview sagte er später, dass er die USA als seine „zweite Heimat“ betrachte.

Ab 1983 vertrat Klose als Bundestagsabgeordneter einen Wahlkreis in Hamburg. Sein direkter Vorgänger in dieser Funktion war Herbert Wehner. Von 1991 bis 1994 übernahm er den Vorsitz der SPD-Bundestagsfraktion als Nachfolger von Hans-Jochen Vogel. Später leitete er den Auswärtigen Ausschuss und wurde anschließend Koordinator für die transatlantische Zusammenarbeit im Auswärtigen Amt.

Hans-Ulrich Klose war 30 Jahre lang Mitglied des Bundestages. 2012 trat er schließlich aus der großen Politik zurück.

In seiner Zeit als Bundestagsabgeordneter empfing Klose Besucher oft in seinem Büro im Jakob-Kaiser-Haus. Gerne saß er mit seinen Gästen in bequemen Sesseln, rauchte seine Pfeife und diskutierte dabei über bedeutende politische Themen. In seiner Freizeit widmete er sich der Malerei und verfasste Gedichte.

Auszeichnungen und Ehrungen

Für sein politisches und gesellschaftliches Engagement wurde Hans-Ulrich Klose mehrfach ausgezeichnet. Er erhielt das Große Verdienstkreuz und den Verdienstorden 1. Klasse. Im Frühjahr 2013 wurde er mit dem ersten Internationalen Preis für Staatskunst der Congressional Research Group der Vereinigten Staaten geehrt.

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