Die Geschichte dieses Mannes ist ein Weg unermüdlichen Kampfes für Gerechtigkeit und Gleichheit. Er war einer der bekanntesten deutschen Politiker des 20. Jahrhunderts, dessen Lebensweg zum Symbol des Widerstands gegen den Faschismus wurde. In diesem Artikel erzählen wir über das Leben von Ernst Thälmann. Lesen Sie mehr unter hamburgyes.eu.
Frühe Jahre und Beginn der Karriere in Hamburg

Ernst Thälmann wurde im April 1886 geboren und wuchs als gewöhnlicher Junge in einer Arbeiterfamilie in Hamburg auf. Mitte der 1890er Jahre eröffneten seine Eltern ein Lebensmittelgeschäft, in dem Ernst helfen musste: Er kümmerte sich um die Pferde und lieferte Waren aus. Schon in jungen Jahren erlebte er soziale Ungleichheit und die Herausforderungen, mit denen seine Eltern zu kämpfen hatten. Nach dem Schulabschluss im Jahr 1900 arbeitete Thälmann einige Jahre im Familiengeschäft als Kutscher. Oft stritt er mit seinen Eltern, da er für seine Arbeit richtigen Lohn und nicht nur Taschengeld verlangte. Schließlich verließ er sein Elternhaus und fand eine „ungelernte“ Arbeit im Hamburger Hafen.
Anfangs lebte er in einem Obdachlosenheim und arbeitete als Gelegenheitsarbeiter im Hafen von Hamburg. Im Mai 1903 trat der 17-jährige Thälmann der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) bei, 1904 schloss er sich der Gewerkschaft der Transportarbeiter in Hamburg an. Im Herbst 1906 wurde er zur Armee einberufen, in das 9. Artillerieregiment in Köln. Doch bereits Anfang 1907 wurde er als untauglich entlassen und kehrte sofort nach Hamburg zurück.

Ab 1909 war Ernst Thälmann ehrenamtlich für die Gewerkschaft tätig und wurde später in die örtliche Leitung der Transportarbeitergewerkschaft gewählt. Er war für seine kompromisslose Haltung bekannt. 1915 wurde er in den Ersten Weltkrieg eingezogen und erlebte die Schrecken an der Westfront. Im Herbst 1918 kehrte er aus einem Urlaub nicht mehr an die Front zurück und blieb in Hamburg. 1919 wurde er als Vertreter der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (USPD) in das Hamburger Parlament gewählt, während er weiterhin als Arbeiter tätig war. Schnell wurde er zu einer der führenden Persönlichkeiten der Stadt. 1920 trat er der Mehrheit der Hamburger USPD-Mitglieder bei, die für den Beitritt zur Kommunistischen Internationale (Komintern) eintraten, und nahm als Delegierter an der Parteikonferenz in Halle im Oktober 1920 teil. Dank seiner wachsenden Popularität in Hamburg wurde Thälmann bald hauptamtlicher Sekretär der Partei in der Hansestadt.
Widerstand gegen das NS-Regime und Inhaftierung

Im März 1932 kandidierte Ernst Thälmann als Reichspräsident gegen Adolf Hitler und Theodor Duesterberg, um Paul von Hindenburg herauszufordern. Im ersten Wahlgang erhielt er 13,2 % der Stimmen, im zweiten 10,2 %. Die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) trat mit dem Slogan an: „Wer für Hindenburg stimmt, stimmt für Hitler, und wer für Hitler stimmt, stimmt für den Krieg.“ Im Widerstand gegen den wachsenden Einfluss der Nationalsozialisten propagierte Thälmann aktiv die „Antifaschistische Aktion“ und forderte die Schaffung einer „einheitlichen Front von unten“.
Der Widerstand gegen das NS-Regime wurde zu einer der schwierigsten und wichtigsten Phasen in Thälmanns Leben. Von Anfang an trat er gegen die nationalsozialistische Ideologie auf und rief die Arbeiterklasse zum organisierten Widerstand auf. Seine prinzipientreue Haltung machte ihn zu einem der Hauptziele der Gestapo. In der Nacht vom 27. auf den 28. Februar 1933 brach ein Brand im Reichstag aus. Die Nationalsozialisten nutzten dies als Vorwand, um die KPD zu verbieten und zahlreiche Führungsmitglieder, darunter auch Thälmann, zu verhaften.

Anfang März 1933 wurde Ernst Thälmann inhaftiert, womit seine langen Jahre der Folter und des Leidens in nationalsozialistischen Konzentrationslagern begannen. Fast 12 Jahre verbrachte er in Einzelhaft, zuerst in Moabit, dann in Hannover und Bautzen. Nach der Unterzeichnung des Hitler-Stalin-Pakts 1939 hoffte Thälmann auf einen möglichen Austausch und schrieb zahlreiche Briefe an Stalin, erhielt jedoch keine Unterstützung. Am 18. August 1944 wurde Ernst Thälmann in das Konzentrationslager Buchenwald gebracht, wo er ermordet wurde.
Vom einfachen Jungen bis zum Führer der Kommunistischen Partei Deutschlands – Ernst Thälmann widmete sein ganzes Leben dem Kampf für Gerechtigkeit. Sein Weg ist ein Beispiel für Mut, Entschlossenheit und Überzeugungstreue, die einen bleibenden Eindruck in der Weltgeschichte hinterlassen haben.